Seis am Schlern – ein charmantes Bergdorf

Seis liegt auf etwa 1.000 Meter über dem Meeresspiegel, eingebettet zwischen Kastelruth und Völs am Schlern. Das Dorf besticht durch seinen unverwechselbaren Charakter, geprägt von der imposanten Santner-Spitze, die von fast jedem Punkt in Seis sichtbar ist. Direkt neben dem bekannten Schlern gelegen, bildet die Santner-Spitze zusammen mit ihm das markante Landschaftsbild der Region. Benannt wurde sie nach Johann Santner, dem Erstbesteiger dieses beeindruckenden Berges.

Die erste urkundliche Erwähnung von Seis geht auf die Jahre 982 bis 987 zurück. Damals tauschten die Bischöfe von Brixen und Augsburg in einem Handelsschreiben verschiedene Ländereien im Schlerngebiet. Im Laufe der Zeit trug das Dorf jedoch verschiedene Namen – von Sevs über Suse und Sutsis bis hin zu Siusis – bevor es schließlich als Seis bekannt wurde. Über die frühe Geschichte des Ortes ist nur wenig überliefert, doch umso lebendiger sind die Legenden, die sich um das Dorf ranken. So erzählt eine Sage, dass die Bewohner von Seis schon immer fleißige Menschen waren und ihr Dorf einst von den Wassern eines Sees östlich der Seiser Alm überflutet wurde.

Die Entwicklung des Fremdenverkehrs

Bis ins 20. Jahrhundert war Seis am Schlern ein abgeschiedenes Bergdorf, geprägt von Landwirtschaft und traditionellem Handwerk. Der touristische Aufschwung begann 1887 mit der Anbindung an den Bahnhof in Waidbruck, wodurch wohlhabende Gäste den Luftkurort für ihre Sommerfrische entdeckten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Seis zu einem Urlaubsziel für alle. Heute ist der Tourismus eine zentrale Einnahmequelle und zieht mit der Seiser Alm und der UNESCO-geschützten Dolomitenlandschaft nahezu ganzjährig Gäste an.

Die Burgruinen Salegg und Hauenstein

Oberhalb von Seis erheben sich die eindrucksvollen Burgruinen Salegg und Hauenstein, die vom Dorf aus gut sichtbar sind und das Landschaftsbild seit Jahrhunderten prägen.

Die Burg Hauenstein wurde erstmals im Jahr 1186 urkundlich erwähnt und ist besonders eng mit dem spätmittelalterlichen Dichter und Komponisten Oswald von Wolkenstein verbunden. Überlieferungen zufolge lebte er hier zeitweise und schuf in dieser Umgebung einige seiner Werke. Im 17. Jahrhundert begann der Verfall der Anlage; heute befindet sich die Ruine im Besitz der Diözese Bozen-Brixen.

Noch weiter reicht die Geschichte der Burg Salegg zurück. Sie wurde bereits 1154 unter Heinrich von Saleck erstmals erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten mehrfach die Eigentümer, darunter die Bischöfe von Brixen und Trient sowie Christoph Freiherr von Wolkenstein. Die Anlage war nie dauerhaft bewohnt und ist heute nur noch in Form einiger geschichtsträchtiger Mauerreste erhalten.

MwSt.Nr.: IT00150460210 | Impressum | Datenschutz | Cookies